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Denkmalschutz

 

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Ein Denkmal - was ist das eigentlich?

Wir besitzen in Bayern einen reichen Schatz an Denkmälern und diese faszinieren nicht immer nur durch ihren ästhetischen Wert oder ihre Altehrwürdigkeit, sondern vor allem durch ihre geschichtliche Zeugnisfunktion. Sie regen zum Nachdenken über vergangene Zeiten und über die Zeit, in der wir leben, an.

Alte Bauernhäuser sind die Summe jahrhundertslanger Erfahrungen. Sie unterscheiden sich von Landschaft zu Landschaft, wie sich das Klima unterscheidet.
Und das Baumaterial. Denn Bauen war schon immer mühsam und kostspielig. So nahm man das Baumaterial aus der nächsten Umgebung. Bruchstein oder Kiesel aus dem Bach, Ziegel, wenn es Ton gab, Holz, Mörtel, Balken und Bretter, Stroh oder Schindeln oder Bruchsteinplatten für das Dach. Dazu ein weinig Fensterglas und geschmiedetes Eisen als Beschläge.
Fünf oder sechs Baumaterialien finden sich an alten Häusern, und den rechten Umgang mit diesen Materialien, ihr Verhalten, ihre Qualitäten, die Möglichkeiten, sie miteinander zu kombinieren, kannte man durch Generationen hindurch.

Die Instandsetzung von Baudenkmälern

Inhalt und Umfang der Denkmalinstandsetzung richten sich nach dem Gegenstand von Denkmalschutz und Denkmalpflege. Es geht nicht immer um die großen ästhetischen Werte oder Werke von hohem Alter, auch nicht immer um die Denkmäler bedeutender Architekten, Künstler oder sonstiger großer Persönlichkeiten und Ereignisse. Im Mittelpunkt des denkmalpflegerischen Bemühens steht vielmehr die Vergangenheit, die unsere Gegenwart prägt.

Deshalb werden nicht nur die prächtigen Kirchen, Schlösser, Rathäuser und Stadtmauern instandgesetzt, sondern auch die Bauten der Bürger und Bauern.

Bei allen Bemühungen der Denkmalpflege spielt eine Erkenntnis eine entscheidende Rolle: In der Regel hat nur das genutzte Baudenkmal eine Chance zu überleben.

Die Instandsetzung für eine zeitgemäße Nutzung ist daher das zentrale Anliegen der denkmalpflegerischen Praxis.

Der Ablauf einer Instandsetzungsmaßnahme

  1. Das Vorgespräch

    Wer sein Baudenkmal instandsetzen lassen will, sollte sich von der Unteren Denkmalschutzbehörde (Landratsamt) beraten lassen.
    Da wir vor Beginn der Baumaßnahmen noch in München wohnten, bot sich eine Beratung direkt beim Landesamt für Denkmalpflege (Sitz München) an.
    Mein erster Gesprächspartner, im April 1991, zeigte in einem sehr informativen Gespräch den langen Weg einer solchen Maßnahme auf.
    Das Projekt wurde, auch anhand von Fotos, durchgesprochen und die "Marschrichtung" festgelegt.

    Vom Landesamt für Denkmalpflege wurde auch schriftlich bestätigt, dass es sich beim "Bablhof" um ein Baudenkmal gem. Art. 1 Abs. 2 DSchG, handelt.
    Die Erhaltung liege im öffentlichen Interesse; die Erhaltungsverpflichtung ist mit Inkrafttreten des Bayer. Denkmalschutzgesetzes zum 1.10.73 entstanden.

    Um die Baumaßnahme zu realisieren, musste auch ein Architekt eingeschaltet werden.
    Der Auftrag wurde an Dipl.Ing. Günter Naumann, Regensburg, vergeben.

  2. Die Voruntersuchung

    Für alle Baumaßnahmen der Denkmalpflege ist es außerordentlich wichtig, ein altes Gebäude gut zu kennen. Deshalb müssen Statik und Konstruktion des Baudenkmals untersucht werden.
    Um alle Bauschäden und Baumängel feststellen zu können, wurde ein genaues, die Verformung des Gebäudes aufzeigendes Bauaufmass durchgeführt.
    Verborgene Schäden konnten so analysiert werden, auch die Baugeschichte konnte so besser nachvollzogen werden.
    Durch die fachgerecht erbrachten Arbeiten, wurde eine Bezuschussung aus Denkmalpflegemitteln möglich.
    Die denkmalpflegerische Voruntersuchung vollzieht sich in vier Schritten:

    - fotografische Dokumentation
    - Bauaufmass
    - Befunduntersuchung
    - Erfassung des Zustandes und der Schäden

  3. Das Instandsetzungskonzept

    Gut orientiert durch die denkmalpflegerische Voruntersuchung konnten wir, mit dem Architekten, das gesamte Vorhaben planen. Nutzungsvorstellungen und wirtschaftliche Möglichkeiten mussten nun mit denkmalpflegerischen Gesichtspunkten in Einklang gebracht werden. Auch über Materialien und Arbeitsmethoden wurde gesprochen. Insbesondere deshalb, weil ein großer Teil der anstehenden Arbeiten von uns in Eigenleistung erbracht werden sollten.
    Für die Erarbeitung des Konzepts gab das Landesamt für Denkmalpflege ein Gutachten ab.

  4. Die Finanzierung

    Ausschreibung, Kostenangebote, Finanzierungsplanung:
    Das sind die wesentlichen Inhalte einer soliden Finanzierung. Die Ausschreibungen und Kostenangebote etc. wurden vom Architekten im Rahmen seiner Bauaufsicht/Durchführung bearbeitet.

    An der Finanzierung beteiligten sich im Rahmen von Zuschüssen:
    - Das Bayerisches Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst, München, im Rahmen des Entschädigungsfonds
    - der Landkreis
    - der Bezirk Oberpfalz (Bauernhausprogramm)
    - die Gemeinde Zell

  5. Die Genehmigung

    Die Zustellung eines schriftlichen Genehmigungs- oder Erlaubnisbescheides ist die Voraussetzung für den Beginn der Arbeiten.
    Mit einem vorläufigen Bescheid vom 17.06.1993 konnte die Baumaßnahme offiziell begonnen werden.
    Zur Erinnerung, die ersten Gespräche wurden im April 1991 getätigt. Der "lange Weg", wie angekündigt, bestätigte sich bis zuletzt. Eingezogen sind wir am 12.12.1995.
    Die inoffiziellen Arbeiten, die nicht aufzuzählen sind, begannen bereits 1990.

  6. Die Durchführung

    Unter Aufsicht des erfahrenen Architekten Günter Naumann, führten qualifizierte Firmen die Sanierungsmaßnahmen durch. Ärger gibt es zwar am Bau immer, aber Probleme, die dokumentationswürdig wären, gab es nicht.

  7. Das Ergebnis

    Ob eine Maßnahme auch ein denkmalpflegerischer Erfolg geworden ist, zeigt sich meist erst am Endergebnis. Allein eine gute Planung aller Arbeiten kann den Erfolg noch nicht garantieren.
    Unter dem Gesichtspunkt von Denkmalschutz und Denkmalpflege wird immer entscheidend sein, wie viel vom alten Bestand am Ende erhalten werden konnte.

    Am 8. September 1996 beteiligten wir uns am "Tag des offenen Denkmals" der jährlich bundesweit durchgeführt wird. Weit über 400 Besucher konnten wir an diesem Tag begrüßen. Von den teilweise sehr interessierten Besuchern wurde das Ergebnis der Baumaßnahme am "Bablhof" einhellig bewundert und als gelungen bezeichnet.
    Auch die verschiedensten Pressevertreter stellten den "Babl Hof" über die Landkreisgrenzen hinaus, sehr positiv dar.
    Am 23.8.1998 wurde der Hof, im Rahmen eines Hoffestes feierlich eingeweiht. Unterstützt durch die CSU-Ortgruppe Zell, konnten wir fast 3000 Besucher begrüßen.
    Ein großes Rahmenprogramm ließ den Tag gelingen. Politprominenz, Rundfunk und Presse fühlten sich am Bablhof sehr wohl.

  8. Fazit

    Die Sanierung des "Bablhofes" benötigte eine Eigenleistung von 1857 Stunden. Über Jahre hinweg , kein Wochenende, der Jahresurlaub musste geopfert werden. Hinzu kam, dass alle Arbeiten erst eine Anfahrt von München erforderlich machten. Nicht zu vergessen, die ungewohnte, teilweise sehr schwere körperliche Arbeit, meist ohne Helfer.
    Dennoch möchte ich mich an dieser Stelle bei folgenden Helfern besonders bedanken:
    - bei meiner Frau, Christine Babl
    - Babl, Max
    - Horn, Frank
    - Glück, Maria

    Es hat sich gelohnt - aller Stress ist vergessen - wir fühlen uns im neuen "Bablhof" sehr wohl.


Letzte Bearbeitung dieser Seite: 03.08.2001