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Dorferneuerung

 

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Die Dorferneuerung von Beucherling

Die Dorferneuerung

Die Startphase

Beucherling, Kirchplatz ca. 1984
Beucherling ca. 1984

1985 beantragte die Gemeinde die Dorferneuerung für Beucherling.

Am 24. September 1994 wurde im Gasthaus Schweiger eine Informationsversammlung durchgeführt. Neben zahlreichen interessierten Ortsbewohnern waren Bürgermeister Gerhard Hecht, BD Fischer (Direktion für Ländliche Entwicklung) und Frau Wendl und Herr Dommer (Büro Landimpuls) anwesend.

Anhand von Dias und Folien wurde das Vorhaben "Dorferneuerung" erläutert.

Nach einer engagierten Diskussion erklärten sich 20 Teilnehmer bereit, in den Arbeitskreisen mitzuwirken.

Diese 20 Teilnehmer waren am 24. Oktober 1994 erneut eingeladen zu einer ersten gemeinsamen Sitzung. Schwerpunkt dieser Veranstaltung war die Aufteilung in drei Arbeitskreise mit verschiedenen Themenschwerpunkten.

Der Schwerpunkt für die Arbeitskreise lag zunächst darin, eine Situations- und Bedarfsanalyse für Beucherling zu erstellen. Dies war eine sehr aufwendige und wichtige Aufgabe. Im Laufe der nächsten Monate fanden hier wichtige Prozesse statt.

Neben, durch das Büro "Landimpuls" moderierten Arbeitskreissitzungen, wurden u.a. Ortsbegehungen, Befragungen der Landwirte, Interviews in Nachbarorten und Kindermalaktionen durchgeführt.

Am 10. Juni 95 fand in der Zeller Schule eine ganztägige Klausurtagung statt, an der die Arbeitskreise, Bürgermeister und Gemeinderäte, BOR Nadolski von der DLE und das Büro "Landimpuls" teilnahmen. Auf der Basis der bisherigen Diskussionen wurden hier wichtige Schlussfolgerungen und Schwerpunkte für die weitere Entwicklung von Beucherling gesetzt.

Auf der Basis der Klausurauswertungen erarbeitete das Büro "Landimpuls" das Faltblatt "Leitbild Dorferneuerung Beucherling".

Nach der enormen Vorarbeit, die bisher geleistet wurde, stand die Frage an, in welcher Form die Ergebnisse der Startphase der Dorföffentlichkeit präsentiert werden sollte. Nach Abwägung verschiedener Alternativen einigte man sich jedoch schnell darauf, eine Ausstellung zu erarbeiten. Von Mai bis September 95 wurde nun an der Präsentation gearbeitet. Neben den Schautafeln und deren Holzständer wurde sogar ein Holzmodell des Ortskerns von AK-Mitgliedern in Eigenregie angefertigt. Auch nicht AK-Mitglieder beteiligten sich beispielhaft an der Vorbereitung.

Die Ausstellung

Im Feuerwehrgerätehaus wurden an drei Sonn- und Feiertagen (1., 3. und 15. Oktober 95) die Ergebnisse präsentiert.

Zur Eröffnungsveranstaltung konnten zahlreiche Ehrengäste begrüßt werden. Auch Präsident Hammer, Direktion für Ländliche Entwicklung Regensburg, war der Einladung gerne gefolgt.

Sämtliche Ausstellungstermine waren gut besucht. Aus nahezu jedem Haushalt der Altgemeinde war mindestens eine Person unter den Besuchern. Darüber hinaus kamen aber auch viele Interessierte aus dem gesamten Gemeindegebiet und anderen Nachbarorten. In einem Fragebogen konnten die Besucher die Ausstellung bewerten. Deren spätere Analyse ergab eine große Akzeptanz der Bevölkerung mit den Zielen des Leitbildes.

Zu einem regelrechten Renner entwickelte sich diese Ausstellung später bei anderen Dorferneuerungsmaßnahmen. Etlichen Gruppen und Abordnungen wurde sie in Sonderterminen noch einmal vorgestellt.

Das Leitbild

Wir sind ein relativ kleines Dorf in der Gemeinde Zell. Dennoch haben wir unseren eigenen Charakter und ein gut funktionierendes Gemeinschaftsleben. Ursprünglich als Bauerndorf gegründet, zeichnen sich derzeit neue Entwicklungen ab:
Einerseits geben immer mehr Bauern ihren Betrieb auf, andererseits gewinnt durch die neuen Siedlungsgebiete immer mehr die Wohnfunktion an Bedeutung.

Für unsere Zukunft spielen deshalb vor allem vier Ziele eine zentrale Rolle:

  • - Wir wollen unser vielfältiges kulturelles Leben als Basis für die Zukunft des Dorfes pflegen und weiterentwickeln.

    - wir wollen die bäuerliche Struktur des Dorfes bewahren.

    - Wir wollen die in den nächsten Jahren zu erwartenden Neubürger in das Dorfleben einbinden.

    - wir wollen die Grünstruktur im und das Dorf erhalten und verbessern.

Das Verfahrensgebiet

Nach vielfältigen Diskussionen in Ortsversammlungen und Arbeitskreissitzungen einigten sich im Zuge des Anerkennungstermins für die Dorferneuerung Beucherling die Behördenmitglieder darauf, das Verfahrensgebiet fast auf die gesamte Altgemeinde auszuweiten, um auch für die Einzelanwesen in der unmittelbaren Umgebung von Beucherling die Förderung privater Maßnahmen zu ermöglichen.

Nach wie vor ist die Förderung öffentlicher Dorferneuerungsmaßnahmen jedoch auf den Ort Beucherling selbst begrenzt.

Die Einleitung

Am 25. Januar 1996 wurde das Dorferneuerungsverfahren für Beucherling angeordnet.

Die Wahl der Vorstandschaft fand am 25. März im Gasthaus Schweiger statt. In dieser Vorstandschaft sind vertreten: BOR Nadolski (Vorsitzender), Gebhard Alsheimer (Gemeindevertreter), Florian Fleischmann (Sprecher), Maria Thiel, Johann Prasch, Bernhard Markgraf, Winfried Prasch.

Erste Ergebnisse

Bereits während der Startphase, als noch keine Vorstandschaft gegründet war, konnte die Dorferneuerung Beucherling einen ersten Erfolg ihrer Initiativen verbuchen:
Da bekannt wurde, dass der Landkreis die Kreisstraße von Trasching durch Beucherling bis zur Abzweigung nach Ranning auf 5,50 m verbreitern will, klingelten bei den Arbeitskreismitgliedern die Alarmglocken. War doch ohnehin geplant die Gehwege im Ort auszubauen.

Nun war Eile geboten. Nach Absprache mit Gemeinde und Direktion für Ländliche Entwicklung, setzten sich diese mit dem Landratsamt in Verbindung. Und diese zeigten sich gerne bereit, im Zuge der Straßenbaumaßnahme den Gehweg von der Abzweigung Sportplatz bis Anwesen Alsheimer mit anzulegen.

Um die Dorferneuerungskasse zu schonen, legten die Ortsbewohner in Eigenregie das Pflaster.

Im Herbst 1996 wurde dann der zweite Abschnitt in Angriff genommen. Vom Anwesen Schmid bis zur St. Georgs-Kapelle wurde nun das Grundfest des Gehsteigs von der Gemeinde ausgehoben und wieder in Eigenleistung gepflastert.

Der Kirchplatz,  eine zentrale Bedeutung im Dorf, wurde zum Abschluss umgestaltet. Der Kirchplatz ist das Dorfzentrum. Er ist Treffpunkt für viele Anlässe; z.B.:

- vor und nach der Kirche
- Friedhofsgang / Beerdigung
- Treffpunkt, wenn man gemeinsam wegfährt
- ungezwungener, willkürlicher Jugendtreff
- Aufstellung der Vereine zu den Festzügen
- Dorfweihnacht

 

Letzte Bearbeitung dieser Seite: 30.04.2003