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Abschnitt 1

 

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Von Passau nach Engelhartszell

Die einzigartige Lage der Dreiflüssestadt Passau am Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz und eine über 2000jährige Geschichte haben die Stadt berühmt gemacht.

Flusskilometer:

Beschreibung:

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Die Flusskilometer werden an der Donau von der Mündung an gerechent.

Passau. In vorchristlicher Zeit entstand die Keltensiedlung Bojodurum. Von etwa 80 bis 476 n. Chr. herrschten die Römer und errichteten die Kastelle Bojodurum, Boiotro und Batavis. Im Frühmittelalter besiedelten die Bajuwaren die Stadt Pazzawe. 739 wurde Passau Bischofssitz. In Passau wurde im 12. Jahrhundert das Nibelungenlied niedergeschrieben. 1217 wurde Passau Hauptstadt des flächenmäßig größten aller Fürstbistümer. Die Bistumsgrenzen dehnten sich aus bis weit nach Ungarn hinein. Der Passauer Dom ist die Mutterkirche des St. Stephansdoms in Wien. Passaus fürstbischöfliche Zeit endete 1803, als es zum Kurfürstentum Bayern kam.

Der Inn in Passau
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Nach dem Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz weitet sich der Fluss zum großen Strom.

Dom in PassauFeste Oberhaus in Passau
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Rechts bei der Kräutelsteiner Eisenbahnbrücke befindet sich die deutsch-österreichische Grenzstation Achleiten. Ab hier ist das rechte Donauufer österreichisch. Das linke Donauufer ist noch 21 km lang bayerisches Gebiet. Die Donau bildet also die Grenze.
Weiter talabwärts verengt sich das Donautal. Die bewaldeten Berghänge treten näher an das Ufer heran.

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Rechts auf einer steil abfallenden Felswand sehen Sie die Burg Krämpelstein. Sie war lange Zeit eine Mautburg der Passauer Fürstbischöfe, später Raubrittersitz. Der Volksmund nennt sie auch „Schneiderschlößl“. Ein Schneider soll mit einer Ziege, die ihm in seiner Einsamkeit Gesellschafterin war und von deren Milch er sich ernährte, im Schloss gehaust haben. Als die Ziege starb, wollte er ihren Körper in den Fluten der Donau begraben. Aber das Tier verfing sich mit seinen Hörnern in der Kleidung des Schneiders und riss ihn mit sich in den Abgrund. Seitdem - so lautet der schaurige Schluss der Sage — hört man um Mitternacht aus den Tiefen der Donau herauf Ziege und Schneider um die Wette meckern.

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Links kommen die Rokokokirche und das ehemals fürstbischöflich-passauische Wehrschloss des schön gelegenen Marktes Obernzell in Sicht. Der Heilige Severin ließ in dieser Gegend zahlreiche Einsiedlerzellen bauen. Namen wie „Obernzell“, „Engelhartszell“, „Innzell“ erinnern daran.

2207 Am Abhang des 876 Meter hohen Haugstein erhebt sich die alte Trutzburg Vichtenstein. Sie war einst im Besitz des Grafen Wasserburg-Plein-Vichtenstein, ging 1226 an das Hochstift Passau über, wurde 1803 österreichischer Staatsbesitz und kam dann in Privathände. Der vierseitige, alleinstehende romanische Bergfried und der mit Ecktürmen bewehrte Hauptbau aus dem 16. Jahrhun­dert bilden zusammen eine geschlossene prächtige Burganlage. Dieses Gebiet mit den ausgedehnten Wäldern wird auch "Sauwald" genannt.
2202,8 Bald kommt das Kraftwerk Jochenstein in Sicht. Es wurde 1952-1956 als Gemeinschaftsprojekt von Bayern und Osterreich erbaut. Die beiden Schleusenkam­mern sind je 240 m lang und 24 m breit. Das Schiff wird in 20 Minuten um ca. 11 m gesenkt. Rechts an die Schleusenanlagen schließt sich die Krafthaushalle mit den 5 Turbinen an. Pro Jahr erzeugt das Donaukraftwerk Jochenstein ungefähr eine Milliarde Kilowattstunden Strom. An das Krafthaus grenzen rechts die Wehranlagen. Sie dienen zum Aufstau der Donau und zum Regulieren der Wasserhöhe bei Hochwasser.
Jochenstein wurde aber nicht nur gebaut, um billige Energie zu gewinnen. Ein weiterer Baugrund war die Überflutung gefährlicher Felsen, die häufig zu Schiffsunglücken führten. Das sogenannte "Jochensteiner Kachlet“ war eine breite Felsbarriere im Strom und stellte ein schweres Schifffahrtshindernis dar, das durch die Überflutung beseitigt wurde.
Kraftwerk Jochenstein

 

2202,8 Heute ragt noch der Jochensteinfelsen als höchste Stelle aus dem Wasser hervor. Der Sage nach hatte die Nixe „Isa“ hier ein Felsenschloss. Sie ist die Loreley der Donau. Bei Nebel, wenn die Schiffer in Gefahr gerieten, wurden sie von „Isa“ gewarnt und sie wies ihnen den Weg. Nur in Vollmondnächten wurde die sonst hilfreiche Nixe zur Gefahr. Mit ihrem betörenden Gesang verwirrte sie die Schiffsleute und manches Schiff kenterte. Jochsensteinfelsen
2201,77 Am linken Ufer mündet der Dantelbach in die Donau. Hier verläuft die Staatsgrenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Österreich. Ab hier ist die Donau an beiden Ufern österreichisch.
2200,57 Am rechten Ufer liegt die Schiffsstation Engelhartszell. Das Kloster Engelszell wurde 1293 von Bischof Bernhard von Passau als Zisterzienserkloster gestiftet. Nachdem alle Mönche von der Pest hinweggerafft worden waren, blieb das Kloster bis nach dem oberösterreichischen Bauernkrieg unbewohnt. Bald nach seiner Wiederherstellung brannte es vollständig ab. 1754-1763 wurde es in seiner heutigen Gestalt erbaut. Es ist bekannt wegen seiner Rokokokirche und der guten Klosterliköre, die hier von den Brüdern des Trappistenordens hergestellt werden. Engelhartszell liegt am Eingang des „Passauer Tals“, das von hier bis Aschach reicht

 
 
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Stand: 22. August 2006