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Abschnitt 2

 

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Von Engelhartszell nach Linz

Radweg bei Schlögen

Flusskilometer:

Beschreibung:

2198,5 Am linken Ufer ist das Rannakraftwerk zu sehen. Es ist ein Hochdruckkraftwerk mit Pumprückspeisung und nützt den Rannabach zur Gewinnung elektrischer Energie.
2196,8 Links taucht die mittelalterliche Burg Rannariedl auf Sie war ursprünglich im Besitz der Falkensteiner, die sie aber 1358/59 an den Bischof von Passau verkauften. In der Folgezeit wechselte die Burg häufig den Besitzer, fiel aber immer wieder an das Fürstbistum Passau zurück. Rannariedl wurde 1594 zur Fluchtburg gegen die Türken. Im 3ojährigen Krieg war sie wehrhafte Feste und nahm eine starke bayerische Besatzung auf 1765 kaufte der Passauer Fürstbischof die Burg noch einmal zurück. Ab 1803 gelangte die Burg endgültig an die habsburgische kaiserliche Hofkammer. Heu­te befindet sie sich in Privatbesitz.
2193 Am rechten Ufer liegt die Schiffstation Wesenufer. Hier werden seit Jahrhunderten Zillen hergestellt. Während der Bauernkriege wurden in Wesenufer die Truppen des Herzogs Adolf von Holstein 1626 von den aufständischen Bauern überfallen und niedergemet­zelt. Die Mannschaft des Herzogs hatte sich in dem Schloss, das zugleich Brau- und Wirtshaus war, sinnlos betrunken. Es sollen mehr als 1000 Mann erschlagen worden sein.
2190 Ein weiterer, landschaftlich recht reizvoller Teil der Donaustrecke zwischen Passau und Linz beginnt hinter Waldkirchen, das am rechten Ufer liegt. Berg- und Felswände schieben sich an den Fluss heran, weichen zurück, treten wieder zusammen: ein eigentümlich schönes Bild. Radfähre bei Schlögen
2187 In der „Schlögener Schlinge“ windet sich der Strom eng um den Schlögenberg. Beim Austritt aus der „Schlinge“ fließt er genau in die entgegengesetzte Richtung wie beim Eintritt. An dieser großen Stromkehre wurde im 2. Jahrhundert n. Chr. ein römisches Kastell errichtet. Die hier stationierten römischen Soldaten dienten zum Schutz gegen Überfälle der Germanen.

Schlögener Schlinge

Schlögener Schlinge

Schlögener Schlinge

2168 Bei Untermühl mündet links die Große Mühl in die Donau, nach der der nördliche Teil Oberösterreichs, das Mühlviertel benannt ist.
Das Landschaftsbild wird jetzt beherrscht von Schloss Neuhaus.1282 war Wernhard von Schaunberg Herr auf der Burg. In späterer Zeit wechselte sie häufig den Besitzer. Neuhaus wurde in den Bauernkriegen von den aufständischen Bauern erstürmt, wobei die gefangen genommene Gräfin Sprinzenstein grausam misshandelt worden sein soll.

Schloss Neuhaus

Campingplatz Kaiser in Neuhaus

Meine erste Tagesetappe endete nach 65 km hier in Untermühl. Der Campingplatz Kaiser war sehr gut ausgestattet und gepflegt. Er liegt direkt an der Radstrecke. 

Sehr zu empfehlen.

2160 Aschach am rechten Donauufer wird erstmals 777 in der Gründungsurkunde des Stiftes Kremsmünster erwähnt. An diesem Ort brach am 17.5.1626 der große oberösterreichische Bauernkrieg aus, dessen Anführer Fadinger war. Fadinger versuchte hier, die Donau mit einer eisernen Kette zu sperren, um die bayerischen Proviant- und Truppenverschiffungen unmöglich zu machen. Zwischen Aschach und Eferding liegen etwa 3000 Bauern begraben. Auch Fadinger war unter ihnen. Graf Herbersdorff ließ Fadingers Leiche nach der Einnahme von Eferding ausgraben und im Moos bei Seebach unter einem Galgen einscharren. Anfang des 10. Jahrhunderts war Aschach bereits Mautstätte und es wurde dort eine Überfuhr betrieben.
Ab Aschach wird die Landschaft weiter. Nach Süden ist das Land eben oder von niedrigen Hügeln durchfurcht. Bei guten Sichtverhältnissen können von hier aus die Alpen des Salzkammergutes gesehen werden. Das Gebiet wird auch „Aschacher Winkel“ genannt.
 

 

 

Kraftwerk Aschach

 

 

 

Schleusenkammer Kraftwerk Aschach

2160 Jenseits des flachen Ufers, an den Abhängen der Hügel ist rechts die im 12.Jahrhundert erbaute Burg Schaunberg zu sehen. Nach dieser Burg ist eines der bedeutendsten österreichischen Adelsgeschlechter, die Schaunberger benannt. Die Ruinen lassen noch die gewaltige Größe der Burg und die Macht ihrer Herren erahnen.
2150 Die Burg Eschelberg am rechten Donauufer wird erstmals 1209 erwähnt. Sie diente — wie so viele andere Burgen auch — als Zufluchtsstätte gegen die Türken. 1647 erwarben die Starhemberger die Burg. Auch heute ist sie noch im Besitz dieses Adelsgeschlechts.
2144 Am linken Ufer ist das Schloss Ottensheim zu sehen. Von der mittelalterlichen Anlage sind noch der Bergfried, zwei Gebäudeflügel und Teile eines Arkadenganges erhalten. Der Markt Ottensheim wird bereits 1146 urkundlich erwähnt. 1228 erhielt er dieselben Maut- und Zollrechte wie Enns und Linz.

Drahtseilfähre in Ottensheim

Schloss Ottensheim
2144,1 An einer einst weltabgeschiedenen Stelle an den Ausläufer des Kürnberger Waldes liegt am rechten Ufer das Stift Wilhering. 1146 wurde es mit zisterziensischen Mönchen besiedelt. Während der Reformation verfällt das romanische Kloster. Durch einen im Jahr 1733 gelegten Brand wird das Stift völlig eingeäschert. Aus den Ruinen entsteht in Form der heutigen Stiftskirche eines der schönsten und bedeutendsten Baudenkmäler des Rokoko.
2135 Linz, die oberösterreichische Landeshauptstadt mit ca. 200.000 Einwohnern. Lentia, wie es die Römer nannten, war bereits im 9. Jahrhundert Marktort am Schnittort zweier wichtiger Handelsstraßen.
Im 15. Jahrhundert Residenz Kaiser Friedrich III. und heute Kultur-, Klang-, Sport-, Universitäts-, Wirtschafts-, Kongress- und Industriestadt mit dem Flair einer Großstadt im Grünen und gemütlicher, freundlicher Atmosphäre. Überzeugen Sie sich selbst davon, denn Sie wissen ja, in Linz beginnt‘s. In Linz gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten, hier nun die wichtigsten: Der Linzer Hauptplatz:
Anfang des 13. Jahrhunderts sehr großzügig angelegt, zählt er noch heute zu den imposantesten im zentraleuropäischen Raum.
In den Arkadenhöfen der restaurierten Häuser werden Sie auf viele Überraschungen stoßen. Der Hauptplatz befindet sich 5 Minuten von der Schiffsanlegestelle in Verlängerung der Nibelungenbrücke. Die Landstraße (Verlängerung des Hauptplatzes) bietet als Geschäftsstraße in der Fußgängerzone die Möglichkeit zum Bummeln oder Einkaufen. In den schattigen Gastgärten finden Sie Erholung bei einem kühlen Bier oder ziehen Sie persönlich Kaffee und die berühmte Linzer Torte vor? Die Wahl liegt ganz bei Ihnen. Linz hat für jeden, was er sucht. Das Linzer Schloss beherrscht am südlichen Donauufer das Stadtbild und beherbergt eines der schönsten österreichischen Museen. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Martinskirche, der älteste in seiner ursprünglichen Form erhaltene Kirchenbau Osterreichs. In der Altstadt sind vor allem das Landhaus aus der Frührenaissance (Arkadenhof) und das Mozarthaus sehenswert, abgesehen vom Reiz des gesamten Gebietes, in welchem Sie sich in längst vergangene Zeiten zurück-versetzt fühlen. Der Neue Dom als größte Kirche Osterreichs im neugotischen Stil ist nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch wegen der wunderschönen Fenster sehenswert.
Linz

Landesregierung, Landhaus Linz

Dreifaltigkeitssäule am Hauptplatz

Am Pleschinger See, bei Linz, endete meine 2. Etappe. Heute waren es nur 32 km. Der Campingplatz ist zwar direkt an der Radstrecke gelegen, aber die sanitären Einrichtungen waren bei einer Überprüfung im Juli 2006 total verunreinigt und heruntergekommen.

 
 
Copyright © 2001 G. Glitschenstein
Stand: 22. August 2006