Hier geht es zur geschichtlichen Tourbeschreibung (Unterwegs mit dem Zelt) 

Ein ruhig-romantisches und doch abwechslungsreiches Radparadies, das ist das Donautal von Passau über Linz, Grein, Melk, Krems bis hin nach Wien. Entlang des großen Stromes führt der berühmte Donauradwanderweg, in Donaueschingen beginnend, über Österreich bis nach Ungarn.


(Auf der Strecke traf man auch auf lustige Gespanne)

Am stärksten befahren  sind jedoch die 326 Kilometer zwischen Passau und Wien.
Durch stille Bauerndörfer, barocke Märkte und reizvolle Naturkulissen kann man die Donau auf dem Rad  erleben. Gut ausgebaute Radwege an beiden Seiten der Donau führen die Radler zu den verschiedensten eindrucksvollen Orten, begleitet von bezaubernder Natur und zahlreichen schmucken Dörfern. Hoch über dem Strom sind herrliche Burgen, Schlösser und Ruinen beeindruckende Zeugen uralter Tradition.

                                              

Bei hochsommerlichen Temperaturen sind wir in einer Dreiergruppe, in der letzten Juliwoche 2006 in Passau gestartet. Aufgrund von Erfahrungswerten haben wir uns eine Route zusammengestellt, die uns in fünf Etappen, auf wechselnden Donauseiten, nach Wien führte.

 

Wir starteten in Passau Hacklberg. Am dortigen Sportplatz konnten wir das lästige Parkproblem in Passau lösen. 
Auf der linken Donauseite steuerten wir das Kraftwerk Jochenstein an. Heute ragt noch der Jochensteinfelsen, als höchste Stelle aus dem Wasser hervor. Der Sage nach hatte die Nixe „Isa“ hier ein Felsenschloss. In Schlögen setzten wir mit einer Radfähre auf die rechte Donauseite über.

 

In der „Schlögener Schlinge“ windet sich der Strom eng um den Schlögenberg. Beim Austritt aus der „Schlinge“ fließt er genau in die entgegengesetzte Richtung wie beim Eintritt. Durch eine unberührte Natur mit vielen Altwässern steuerten wir das erste Ziel, Aschach, an. 68 Kilometer hatten wir bei lockerer Fahrweise in dreieinhalb Stunden zurückgelegt.

 

Im Aschacher Hof konnten wir unsere doch müden Knochen pflegen. Für ein Dreibettzimmer mit sehr gutem Frühstück waren 73 Euro nicht zuviel. Die freundliche Wirtin bemühte sich um ihre Gäste sehr. Bemerkenswert war die Küche, gemanagt von einem Koch aus einem „Sternehotel“.

Auf der zweiten Etappe waren 73 Kilometer eingeplant. In Aschach ging es wieder auf die linke Donauseite. Ab hier wird die Landschaft weiter. Nach Süden ist das Land eben oder von niedrigen Hügeln durchfurcht. Bei guten Sichtverhältnissen können von hier aus die Alpen des Salzkammergutes gesehen werden. Das Gebiet wird auch „Aschacher Winkel“ genannt.

 

Über Linz, Mauthausen - mit dem besonderen geschichtlichen Hintergrund ging es zum Tagesziel nach Mitterkirchen. Wir waren Gäste im „Kraglhof“, ein echter Geheimtipp. Der Leitspruch „Tritt ein, trag Freude heim“ ist in jeder Hinsicht für die nette Wirtin Verpflichtung. Das Haus, die Zimmer, das Essen bis hin zum Most – alles liebevoll gestaltet und entsprechend serviert.

Die dritte Etappe, 67 Kilometer, führte uns kurz nach der Ortschaft Dornach wieder auf die rechte Donauseite. Vorbei an Grein, dem Tor der Wachau, radelten wir Richtung Ybbs. Ybbs, das römisches Kastell Adjuvense wird schon in der karolingischen Zeit als Ipusa urkundlich erwähnt.

 

 

Da die Temperaturen sich immer um die 35 Grad bewegten, musste auch ab und zu ein Bad in der „grünen Donau“ genommen werden. Die Getränke durften auch nie ausgehen. Auf der Strecke gibt es jedoch jede Menge Jausenstationen und kleine Gaststätten. Hier treffen sich ständig dutzende von Gleichgesinnten.

Auf der linken Donauseite, bei Marsbach, erscheint in der Ferne die Wallfahrtskirche „Maria Taferl“ auf dem Taferlherg. Zur Wallfahrtskirche der Schmerzhaften Muttergottes pilgern die Leute schon seit dem 15. Jahrhundert. 
Unser Ziel war an diesem Tag Melk. Die Stadt war vor 900 Grenzburg gegen die Ungarn. Das 1089 neben der Burg gegründete Benediktiner-Kloster folgte einer Klostergründung des 10. Jahrhunderts. Im Stift liegen bedeutende Kunstschätze, u. a. das Melker Kreuz von 1362. Melk wird auch im Nibelungenlied erwähnt, sie ist auch die älteste Residenz der Babenberger Markgrafen und späteren Herzöge.

Unsere Unterkunft in Melk, „Zum Fürsten“ war zwar sauber, aber sehr rustikal. Die Bedienung war eher auf  Massenabfertigung eingestellt. 75 Euro für die Nacht waren im Vergleich zu den anderen Unterkünften zu hoch.

 

Die vierte Etappe führte uns durch die viel besungene Wachau. Schon die 40 Kilometer durch malerische Obstgärten und idyllische Dörfer waren die Reise wert. Man kann die Wachau auf der linken Donauseite, durch die Weinberge, oder auf der flacheren rechten Seite durchfahren. Wir blieben vorerst auf der rechten Seite und setzten mit der Fahrradfähre erst in Dürnstein auf die linke Seite über. Weithin sichtbar das Wahrzeichen, die Kirche Mariä Himmelfahrt mit ihrem barocken, blauweiß gehaltenen Kirchturm. Dürnstein lädt zum Verweilen ein. Ein Tröpfchen Wachauer Wein sollte man sich schon gönnen.

 

Über die Brücke von Krems ging es wieder auf die rechte Donauseite zum Tagesziel nach Traismauer. 60 Kilometer waren geschafft.  Im Herzen von Traismauer, direkt neben dem Römertor aus dem 3. Jahrhundert erwartete uns ein echtes Schmuckstück. Der Gasthof „Zum Schwan“ begeisterte mit seinen Renaissance-Innenhof und Arkadengang. Zimmer und Service waren erstklassig und mit 78 Euro ein guter Preis.

                                    

Bei der Familie Poyntner in Traismauer gibt es noch einen echten Familien-Heurigenschank. Es sind fast nur Einheimische anzutreffen. Da gibt es noch 1/4 Grünen Veltliner für 1,40 Euro und den Zweigelt für 1,50 Euro. Für den Gespritzten zahlen Sie 1,10 Euro.  Eine gemischte Jausenplatte für 2 Personen ist für 6 Euro zu haben. Alle Produkte werden am Hof selbst produziert. Wer urgemütlich einen schönen Abend mit Einheimischen verbringen will, ist hier genau richtig. Der Wirt ist sehr aufgeschlossen und berichtet sehr gerne über seine Arbeit.

Wien, eine traumhafte Stadt, erreichten wir am fünften Tag. Hier konnten wir unsere restlichen Euro sehr locker ausgeben. Ganz bewusst wählten wir ein Hotel in der Nähe des Westbahnhofes. Wollten wir am Tag der Abreise schnell und ohne Schweiß den Bahnhof erreichen. Leider hatten wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die österreichische Bahn hat vor etwa 6 Monaten den Verladebahnhof für die Radler zum Südbahnhof verlegt. Also, morgens um 7 Uhr im Hotel auf das Fahrrad schwingen und über den Gürtel 5 km zum Südbahnhof fahren. Fahrzeit etwa 20 Minuten.
Der Zug ging um 07.41 Uhr auf Gleis 16 (2006).

Unser Hotel "Stadthalle" ist ein sehr empfehlenswertes 3 Sterne Haus mit erschwinglichen Preisen. 

Wien soll hier nicht beschrieben werden - Wien muss man erleben.